Bargeldverbot und Kryptowährungen

Ich lese schon seit langer Zeit mit und schüttle bei den vielen Gelegenheiten wo ich von den Initiativen zur Rettung des Bargelds lese den Kopf. Die meisten Leute leben immerzu im Hier und Heute. Das ist gefährlich, denn es vernebelt den Blick auf das grosse Ganze. Ein Teil dieses grossen Ganzen ist die Tatsache, dass die Politik wie ein grosser fetter Dampfer unterwegs ist. Wenn eine Richtung eingeschlagen wird, dann wird diese beibehalten. Politik arbeitet in Dekaden, nicht in Monaten oder gar Jahren. Ähnlich wie bei „Matrix“ (wo leider auch nur der erste Teil gut war), ist das sowohl Stärke als auch Schwäche des Systems. Das System kann niemals schneller oder wendiger sein als jene, die sich ausserhalb davon bewegen. Solange Sie sich innerhalb des Systems befinden, sind Sie ein Teil davon, und Sie können NIE stärker als der fette Dampfer der Politik sein.
Was will ich damit sagen? Die meisten hier verteidigen die bunten Baumwollfetzen. Dabei ist deren Abschaffung schon längst beschlossene Sache, und Sie werden es nicht stoppen können. Verzögern um ein bis zwei Jahre, yup. Das ist eventuell drin, und das ist auch tatsächlich eine gute Sache, denn es schafft Zeit für die Alternativen.
Meine Botschaft ist, dass wir bei der gesamten Debatte um das Bargeld nicht aus den Augen verlieren dürfen, dass es uns nicht um die Fetzen geht sondern bloss darum Zahlungen anonym und nicht-beeinflussbar von Dritten ausführen zu können. Jede Technologie, die diesen Zweck erfüllt ist ebenso gut geeignet wie die Baumwollfetzen. Taugliche Alternativen sind prinzipiell alle Arten von normierbarer Wertübertragung. Und natürlich meine ich damit primär Kryptowährungen, denn diese kommen ohne den kontrollierenden Dritten aus, und es gibt nach meinem Kenntnisstand bisher noch keine bessere Lösung. Ich meine NICHT Twint oder Apple Pay oder ähnliche Produkte. Achtung, das sind zentralisierte Technologien. Und ich bin auch prinzipiell kein Gegner von Gold und Silber. Ganz im Gegenteil. Aber diese eignen sich primär als Wertspeicher, aber leider zur Zahlung nur in begrenztem Umfang und kleinräumig, weil physisch. Edelmetall ist leider unbrauchbar auf lange Distanzen. Kryptowährungen sind wiederum als Wertspeicher wegen ihrer Abhängigkeit von Internet und Elektrizität keine langfristige Empfehlung. Aber die Kombination von beidem: Einem dauerhaften Wertspeicher und einer Möglichkeit die gespeicherten Werte auch über weite Distanzen und elektronisch zur Zahlung zu verwenden, das ist eine Lösung, die den grossen fetten Dampfer der Politik für ein paar Jahrzehnte in die falsche Richtung dampfen lässt. Bedauerlicherweise reicht das Wissen um die Technologien nicht aus, um die Alternativen zu verstehen, darum werden sie bei den meisten Debatten als Teil des Systems missverstanden und verteufelt. Das ist bedauerlich, aber folgt dem alten Prinzip von „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“. Das ist Traurig. Für den Bauern. Die Technologie, die er nicht versteht funktioniert nämlich auch ohne den Bauern und seine Meinung.
Bargeld ist Teil des Systems. Alternativen zu suchen ist der Weg aus dem System. Wer das begreift, der hat einen entscheidenden Vorteil.

Kommentar
“Bargeld ist Teil des Systems. Alternativen zu suchen ist der Weg aus dem System. Wer das begreift, der hat einen entscheidenden Vorteil”.

Bargeld ist nicht ein Teil des Systems, sondern die Weiterentwicklung von Tauschhandel. Ein herausragender Schritt, das wir überhaupt die Zivilisation entwickeln konnten, die wir jetzt haben. Der Standpunkt vom Leser ist etwas abgehoben. Denn was nutzt mir ein transferieren von virtuellen “Geldeinheiten” in die Welt, wenn ein Crash kommt und davon gehen wir ja aus.

Man braucht deshalb ein Tauschmittel, das anerkannt ist und vor allem nicht auf technische Unterstützung angewiesen ist, in Verbindung mit zusätzlichen Dienstleistungen anderer Menschen. EM erfüllt diesen Rahmen. Man braucht nur einen Tauschpartner. Man braucht weder Infrastruktur, Strom, Dienstleistungen. Nur ein Gegenüber das EM akzepiert um es in etwas anders zu tauschen. Dann nennt man Handel. Und diesen Handel gibt es schon seit Jahrtausenden. Er wurde Jahrtausende über die beiden Geldmetalle Gold und Silber abgewickelt. Ob nun im Großen oder im kleinen. Anders ausgedrückt, man kann das Rad nicht neu erfinden. Ausser man hätte ein anderes Medium welche die gleichen Vorteile von EM hätte.

Sowas sehe ich nicht, da diese greifbar sein müssen. Selbst für Krieg hat man nur eines zwingend gebraucht neben Menschen EM. Das war der Grund warum die USA den Goldstandart aufgeben hat. Doch auch hier ist Gold nicht verschwunden. Es hat sich zurückgelehnt und wartet darauf sich wieder zu offenbaren. Wie ich darauf komme ? Man gucke sich Charts an und Vergleiche die Kaufkraft und Gold und Fiatmony. Warum in Himmels Namen soll ich dann virtuelle Bitcoins o.ä. sammeln, welche eine nicht greifbare Illusion geben, man könnte was greifen, was man nicht hat ?